
Interview mit Romantasy-Autorin Lea Kaib run um die Spooky Season, Edinburgh und Rätsel in "University of the Enchanted"
Für die einen ist Halloween bloß ein Datum im Kalender – für Autorin Lea Kaib ein echtes Lebensgefühl. Mit „University of the Enchanted“ liefert sie den perfekten Lesestoff für schaurig-schöne Herbstabende: Wir begleiten Protagonistin Sadie ins herbstliche Schottland, wo sie zwischen uralten Gewölben, gefährlicher Magie und dunklen Geheimnissen ihren Platz an der Universität finden muss. Im Interview verrät Lea Kaib, warum ausgerechnet Edinburgh die perfekte Kulisse bietet, wieso sie an Halloween sogar ihre Garage in ein Gruselkabinett verwandelt und auf welche kniffligen Überraschungen sich Romantasy- und Rätselfans besonders freuen dürfen.

Liebe Lea, wir begleiten deine Protagonistin Sadie an die University of the Enchanted in der Stadt Edinburgh in Schottland. Was macht diese Universität so besonders und was erwartet Sadie dort?
Lea: Das Besondere ist vermutlich die Art der Magie. Bei mir gibt es keinen Hokuspokus mit Fingerschnipsen. An der Universität gibt es drei Lehrzweige: Nekromantie, Exorzismus und Seelenheilung. Sadie ist eine Nekromantin und hat die Fähigkeit, den Tod vorauszusehen. An der Uni lernt sie nicht nur, mit dieser Gabe umzugehen, sondern auch, zu welcher Magie sie noch fähig ist. Und natürlich das Wichtigste: Die Uni ist nicht nur wegen der Krähe Herbert besonders. Aber das müsst ihr selbst nachlesen.
Was inspirierte dich dazu, genau dieses Setting und diese Art von Magie zu schreiben?
Lea: Ich wollte einfach mal eine andere Art von Magie zeigen. Eine, die düster sein kann, aber auch Licht bringt. Es gibt nicht nur schwarze oder weiße Magie, die Grenzen verschwimmen. Das wollte ich unbedingt mit den unterschiedlichen Lehrzweigen klarstellen. Ich liebe Hexengeschichten und bin mit „Sabrina“ aufgewachsen. Auch „Buffy“ hat einen wichtigen Part in meiner Jugend eingenommen. Klar, dass mir spooky Geschichten irgendwie im Blut liegen.

Was fasziniert dich an Edinburgh und was macht die Stadt für die Geschichte so besonders?
Edinburgh gilt als ein magischer Ort mit tiefgründiger Geschichte. Erst als ich vor einigen Jahren dort Urlaub gemacht habe, wurde mir so richtig klar, was das bedeutet – und jetzt wird es schaurig: Nachweislich fanden viele Frauenverbrennungen am Edinburgh Castle statt, es gibt sogar ein Denkmal, das daran erinnert. Auf einer Vault-Tour (einer geführten Tour durch die unterirdischen Gassen) lernte ich mehr über die faszinierende Geschichte des Mediziners Robert Knox, der Serienmördern für seine Anatomieschule illegalerweise Leichen abkaufte. Das sind nur wenige Beispiele für all das Grausige, was dort passiert ist. Und dennoch gibt es so viele wunderschöne magische Orte: Dean Village, ein Viertel, in dem man unbedingt einen Herbstspaziergang machen sollte, oder die vielen kleinen Boutiquen in der Altstadt. Meine Reise dorthin hat mir so viel Inspiration gegeben wie keine andere Stadt zuvor! Ich bin schlichtweg fasziniert, wie eine Stadt, in der so viele Gräueltaten geschehen sind, so voller Harmonie, Liebe und Freundlichkeit stecken kann.
Welche Art von Magie hättest du und warum?
Unbedingt die Seelenmagie! Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und fühle grundsätzlich für meine Liebsten immer so mit, dass es mir auch mal den Tag versauen kann (oder ich vor Freudentränen nicht aufhören kann zu weinen). Daher denke ich, der Zweig passt vielleicht ganz gut zu mir. Nur zu gerne würde ich mit dieser Magie meinen Freund*innen helfen und lernen, auch meine Emotionen besser zu kontrollieren. Wie cool wäre es, wenn ich mit meiner Magie eine Person aufmuntern könnte, die einen schlechten Tag hatte?!

Das Buch ist mit seinem Setting und den düsteren magischen Kräften perfekt für Halloween! Was ist Halloween für dich, und feierst du es?
Für mich ist Halloween der schönste Tag im Jahr. Ich liebe Horrorgeschichten und alles, was witchy ist – mein Wohnzimmer sieht wie eine gemütliche Hexenhöhle aus, das ganze Jahr über. Früher habe ich mir immer gewünscht, dass ich mal an einem Ort lebe, an dem Halloween so richtig zelebriert wird. Mittlerweile lebe ich in einer Gegend, in der das möglich ist: Schon Wochen vorher lade ich meine engsten Freund*innen zu Halloween ein, meist steht das Fest bei mir unter einem Motto. Letztes Jahr war es „Wednesday“ und dieses Jahr ist es „Resident Evil“ – und ja, ich konnte es nicht lassen, dafür Rätsel für meine Gäste vorzubereiten! Ich baue die Garage aus, dekoriere alles im Stil des Mottos und an Halloween kommen die Nachbarskinder für Süßes oder Saures vorbei und staunen, was ich aufgebaut habe. Quasi ein kleines Halloween-Spukhaus für die ganzen Halloween-Fans.
University of the Enchanted ist aber nicht nur eine Romantasy, das Buch enthält auch Rätsel. Wie kam es dazu, Rätsel in die Geschichte zu integrieren und wie schwierig sind sie zu lösen?
Ich bin ein Rätsel-Nerd. Ich liebe Escape Rooms und kriege nicht genug von Krimispielen! Daher kam mir die Idee, dass es doch cool wäre, wenn in einem Roman ein paar Rätsel versteckt sind. Ein bisschen wie in den 90ern bei den „Tiger-Team“-Büchern – Leser*innen mussten Gegenstände und Beweise finden und dazu gab es einen Decoder. Ich wollte aber noch einen Schritt darüber hinausgehen: Meine Rätsel sollten noch mehr über die Story der Universität erzählen. Wenn man also rätselt, erhält man sozusagen Bonusmaterial oder Hinweise auf den Verlauf der Geschichte. Das liebe ich und ich wünschte, es gäbe mehr Romane mit Rätseln! Die Rätsel sind allerdings nicht extrem schwer: Mir war es wichtig, dass Leser*innen sich nicht den Kopf zerbrechen, sondern sich nach einem Kapitel vielleicht fünf Minuten Zeit nehmen, um das Rätsel zu bewältigen. Außerdem gibt es zur Not auch Lösungen hinten im Buch.

Wie bist du auf die Rätsel gekommen? Oder wie wurde die Entscheidung getroffen, welches Rätsel jetzt zur Geschichte passt?
Dadurch, dass ich selbst viele Rätselarten kenne, war mir klar, welche ich davon integrieren wollte. Tatsächlich haben wir im Lektorat aber noch mal ganz viel an der Geschichte gerüttelt und so sind auch ein paar der Rätsel etwas anders geworden. Und das ist gut so! Ich finde, jetzt passt wirklich alles perfekt!
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